Bausteine – Einwendung zur Planung A 643

Diese Muster Bausteine können Sie gerne kopieren und in die Formulare für die Mustereinwendung einfügen.
Wir stellen Ihnen dafür ein Word Formular und ein PDF Formularzur Verfügung.

Baustein: Alternativenprüfung

Die Alternative einer 4 +2 Lösung wurde nicht hinreichend geprüft. Die in den Planunterlagen aufgeführten Gründe gegen eine 4 + 2 Lösung sind in vielen Teilen unzutreffend. So sind z.B. die angeführten rechtlichen Begründungen (Festlegungen im Bundesverkehrswegeplan, Staatsvertrag) nicht zutreffend. Die genannten Rechtsetzungen können das EU Recht (FFH-Richtlinie und EU Vogelschutzrichtlinie) nicht außer Kraft setzen. Auch andere Argumente, die gegen eine zeitweilige Freigabe der Standstreifen angeführt werden (aktive Verkehrsführung, Straßenraumgestaltung, Lärmschutzwand u.a.) sind nicht schlüssig. Somit kommt die 4 +2 Lösung als Alternative in Betracht. Die vorgeschriebene Alternativenprüfung ist unvollständig und im Ergebnis falsch

Baustein: Fehlende Prüfung der Änderungen des Kleinklimas

Die indirekten Auswirkungen eines 6-streifigen Ausbaus wurden falsch und zu gering eingeschätzt. Insbesondere die kleinklimatischen Betrachtungen zu den Auswirkungen einer Lärmschutzwand sind nicht ausreichend. Die in den Planunterlagen aufgezeigten Änderungen der Windverhältnisse zeigen, dass ein mehr als 50 Meter breiter Streifen hinter den Lärmschutzwänden von den kleinklimatischen Änderungen betroffen ist. In Schaubildern und Erläuterungen bleiben jedoch Details der Auswirkungen unklar. Insbesondere werden die Wirkungen dieser kleinklimatischen Änderungen auf die besonders schützenswerte Flora und Fauna des Mainzer Sandes (FFH- und EU- Vogelschutzgebiet mit wertgebenden Arten und Biotopen) nicht ausreichend untersucht. Einzig die Verbringung von Samen und Sporen wird geprüft. Es findet jedoch keine Prüfung der vor allem für die Flora und Insektenfauna bedeutsamen Feuchtigkeitsverhältnisse hinsichtlich der Veränderung des Windfeldes und des Schattenwurfs durch die Lärmschutzwand statt. Die Erhöhung der Feuchtigkeit in einem von besonderer Trockenheit geprägten Biotopkomplex ist jedoch wesentlich. Die fehlenden Untersuchungen zur Änderung der Feuchtigkeit wären zu einer sinnvollen und vollumfänglichen Beurteilung des Eingriffs in diese einzigartigen Biotope nötig gewesen. Die Planunterlagen sind insofern unvollständig. Alle Flächenberechnungen mit Bezug auf die geschützten Biotope bzw. Lebensraumtypen sind deshalb vermutlich falsch. Die angesetzten Ausgleichsmaßnahmen sind aus gleichem Grund mit hoher Wahrscheinlichkeit zu gering.

Dünen-Sandlaufkäfer Bild: Jürgen Weidmann

Baustein Auswirkungen auf Bienen und Wespen

Die Auswirkungen auf die besonders wichtige Artengruppe der Bienen und Wespen (Stechimmen-Fauna), die im Mainzer Sand noch in einer besonderen Vielfalt und mit vielen seltenen Arten vorkommen, wurden nicht ausreichend untersucht. Der jüngste Wiederfund der Dünen-Steppenbiene nach 150 Jahren unterstreicht die Bedeutung der Artengruppe eindrucksvoll. Die Stechimmen-Fauna wird durch die Flächenverluste und die verstärkte Zerschneidung des Gebietes durch die Lärmschutzwand besonders betroffen. Eine Verbringung dieser Arten in Flächen, auf denen Ausgleichsmaßnahmen stattfinden, ist aus meiner Sicht nicht möglich, eine selbstständige Wanderung der Tiere ist unwahrscheinlich. Ohne Informationen zur wichtigen Artengruppe der Bienen und Wespen sind die Planunterlagen aus meiner Sicht unvollständig und lassen eine sinnvolle und vollumfängliche Beurteilung des Vorhabens nicht zu. Ich befürchte einen Verlust oder eine weitreichende Schädigung dieser wichtigen Artengruppe und damit einen nicht zulässigen Eingriff in die Biotope des Mainzer Sandes.

Knospe Sand-Silberscharte Bild: Jürgen Weidmann

Baustein: Fehlende Berücksichtigung der Entlastung durch den Öffentlichen Nahverkehr

Die im Vorfeld des Ausbaus untersuchten Projekte im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) lassen eine Entlastung der A643 um mindestens 7% und mehr erwarten. Diese Entlastungen sind in den Planunterlagen offensichtlich nicht berücksichtigt. Es wird nur auf geplanten Maßnahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) verwiesen. Die Einbeziehung von ÖPNV Projekten in Rheinland-Pfalz und von grenzüberschreitenden Vorhaben bleibt unklar. Es ist absehbar und mittlerweile gesellschaftlicher Konsens, dass zur Abwendung der Klimakatastrophe umfassende Maßnahmen wie etwa eine Verkehrs- und Mobilitätswende notwendig sind. Die Gutachten und die herangezogenen Verkehrsprognosen berücksichtigen diese geplanten Maßnahmen nicht. Somit sind alle auf den Parametern Verkehr, Lärm und Abgasen beruhenden Abschätzungen, Argumentationen usw. hinfällig und ungeeignet zur Beurteilung des Ausbauvorhabens.

Sand-Silberscharte – Bild: Jürgen Weidmann

Baustein: Fehlende Untersuchungen der Auswirkungen auf den Lennebergwald

Die im Vorfeld des Ausbaus untersuchten Projekte im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) lassen eine Entlastung der A643 um mindestens 7% und mehr erwarten. Diese Entlastungen sind in den Planunterlagen offensichtlich nicht berücksichtigt. Es wird nur auf geplanten Maßnahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) verwiesen. Die Einbeziehung von ÖPNV Projekten in Rheinland-Pfalz und von grenzüberschreitenden Vorhaben bleibt unklar. Es ist absehbar und mittlerweile gesellschaftlicher Konsens, dass zur Abwendung der Klimakatastrophe umfassende Maßnahmen wie etwa eine Verkehrs- und Mobilitätswende notwendig sind. Die Gutachten und die herangezogenen Verkehrsprognosen berücksichtigen diese geplanten Maßnahmen nicht. Somit sind alle auf den Parametern Verkehr, Lärm und Abgasen beruhenden Abschätzungen, Argumentationen usw. hinfällig und ungeeignet zur Beurteilung des Ausbauvorhabens

Skarbiose Bild: Jürgen Weidmann