Der Weißstorch

Ein seltener Vogel – unser Nachbar: 
 
 

 

Alter Ankunft im Frühjahr Bestimmung Bilder Bingen-Gaulsheim
Biotop Brut Bruterfolg in Mombach Den Störchen helfen Eier
Gewicht Größe Helfen Herbstzug Horst
Klappern Mainz-Laubenheim Nahrung Nest Nestbau
Schutzmaßnahmen Störche in Mainz und Umgebung Überwinterung Unterarten Verbreitung
Wiesbaden-
Schierstein
Zugscheide      


 

Unterarten: Die bei uns lebenden Weißstörche werden wissenschaftlich Ciconia ciconia ciconia genannt und bilden eine der beiden Unterarten der Weißstörche. Die zweite ist der Turkestanstorch (Ciconia ciconia asiatica). 

Verbreitung: Die bei uns heimische Unterart besiedelt Europa von Dänemark und Südschweden bis Spanien, Portugal und dem Balkan, östlich bis zum Baltikum und zur Halbinsel Krim. Ansiedlungen gibt es in Marokko, der Türkei, Irak, Iran und isoliert davon in Südafrika. 

Bestimmung: Der Weißstorch ist ein sehr großer Vogel mit weißem Körper, schwarzweißen Flügeln, rotem Schnabel und roten Beinen. Die Schnäbel der Jungvögel sind schwarz. 

Größe und Gewicht: Störche sind vom Scheitel bis zur Sohle ca. 80 cm groß. Ihre Flügelspannweite beträgt bis zu 2 m. Der Schnabel ist 14 bis 19 cm lang. Das Gewicht der Männchen beträgt durchschnittlich 3800 Gramm, das der Weibchen 3300 Gramm. 

Alter: Die Störche können in einzelnen Fällen über 30 Jahre alt werden. Störche, die das erste Lebensjahr überstanden haben, werden im Durchschnitt etwa 8 Jahre alt. 

Biotop: Die Störche sind Bewohner von häufig überschwemmten Flusstälern und feuchten bis nassen Niederungen. Offenes Gelände, Wiesen und Feuchtbiotope sind wesentliche Elemente der von ihnen bevorzugten Lebensräume. 

Storch auf der Suche nach Nahrung auf einer 
überschwemmtem Wiese am Rhein

Ankunft im Frühjahr: Die Rückkehr aus dem Winterquartier erfolgt im März und April. Zuerst kommen die alteingesessenen Brutpaare. Die Männchen kommen meist vor den Weibchen an. 

In der Regel kehren Jungstörche erst im dritten Lebensjahr in die Brutgebiete zurück. Die meisten von ihnen schreiten dann aber noch nicht zur Brut. Sie kommen normalerweise erst nach den langjährigen Brutpaaren bei uns an. Oft streifen sie in Trupps im Brutgebiet umher und versuchen einen Horst zu erobern. Dabei kann es zu so heftigen Kämpfen kommen, daß die Brut der Horstbesitzer Schaden nimmt. 

Nest und Nestbau: Das Storchennest, der Horst, hat einen Unterbau aus starken, bis zu 1 m langen Ästen. Darauf kommen feinere Zweige. Die Nestmulde wird mit Laub, Heu, Stroh usw. ausgepolstert. Beide Partner beteiligen sich am Bau. Die Störche bauen während der ganzen Brutzeit am Horst. Horste können sehr groß und schwer werden, da sie oft über viele Jahre genutzt werden. Eine Höhe von bis zu 4 m, ein Durchmesser von 90 - 200 cm und Gewichte von 500 – 1250 kg wurden beobachtet. Eine 1976 aus Sicherheitsgründen abgetragene "Storchenburg" auf dem Kirchturm von Mengen in Baden-Württemberg hatte ein Gewicht von über 2 Tonnen, einen Durchmesser von 1,8 m und eine Höhe von 1,9 m. 

Das Storchennest bietet oft auch anderen Vogelarten eine Nistmöglichkeit. So sind besonders häufig Stare und Sperlinge "Untermieter„ in Storchenhorsten. Aber auch die Brut eines Waldkautzes wurde 1974 in Niedersachsen beobachtet. 

Die Horste werden oft in der Nähe menschlicher Siedlungen auf Häusern oder anderen Gebäuden angelegt. Auch Bäume werden häufig zur Anlage von Nestern benutzt. So brütet u.a. einer der Störche in Wiesbaden-Schierstein auf einem Baum. Vom Menschen geschaffene Nisthilfen haben ebenfalls große Bedeutung. So nutzen z.B. die Störche am Mombacher Rheinufer eine solche Nisthilfe. In letzter Zeit erlangen auch die Masten von Hochspannungsleitungen Bedeutung als Neststandort. Sowohl die Störche, die sich im Jahr 2001 in Laubenheim ansiedelten, als auch ein Teil der Schiersteiner Störche nutzt diese Masten. Felsen, Strohhaufen und vieles mehr werden ebenfalls zur Anlage von Horsten genutzt. 
 
 

Störche am Horst

 

Eier: Die Störche haben weiße, elliptisch geformte Eier. Das Gewicht beträgt im Durchschnitt 110 Gramm. 
 

Brut: Die erste Brut eines Storches findet meist im 4. oder 5. Lebensjahr statt. Etwa 10% eines Jahrgangs schreiten bereits im 3. Lebensjahr zur Brut. Schon bald nachdem sich die Partner zusammengefunden haben kommt es zur ersten Paarung. Dann dauert es auch nur noch wenige Tage bis das erste Ei gelegt wird. Die anderen Eier folgen i. d. R. im Abstand von jeweils 2 Tagen. Am häufigsten sind Gelege bestehend aus 3 oder 4 Eiern. 

Nach der Ablage des 2. Eies beginnen die Störche mit der Brut, an der sich das Weibchen und das Männchen beteiligen. 

Bei normalem Verlauf dauert die Brut 32 Tage. Je nach Witterungseinflüssen können Abweichungen eintreten. Etwa Mitte Mai schlüpfen dann die Jungen. Zu diesem Zeitpunkt wiegen sie zwischen 70 und 75 Gramm. Nach 2 Wochen sind sie dann bereits 10 mal so schwer. Im Alter von 54 bis 68 Tagen fliegen die Jungstörche erstmals aus, sie wiegen dann fast 3 kg. Auch nach dem ersten Ausfliegen werden die Jungen noch von ihren Eltern "betreut". Gemeinsam geht die Familie auf Nahrungssuche. Dabei lernen die Jungstörche die geeignete Beute und die besten Nahrungsbiotope von ihren Eltern kennen. Nach durchschnittlich 91 Tagen sind die Jungen selbstständig.