Aktion 8 2005

Hilfe für die Steppenkirsche in Ebersheim am 15.01.05

Samstag, den 15.01.2005. Kurz vor neun Uhr fahren wir nach Ebersheim. Auf dem Autobahnzubringer und auf der Rheinhessenstraße glitzert es. Reifglätte an vielen Stellen lässt uns langsam fahren.

Einige Minuten später sind wir beim evangelischen Gemeindezentrum in Ebersheim. Auf den Straßen ringsrum ist es noch ruhig. Nur wenige Autos und Fußgänger sind an diesem kalten Wintermorgen unterwegs.


Aber dann treffen sie aus allen Richtungen ein, die Helfer des Pflegeeinsatzes für die Steppenkirsche. Mit unter den Ersten ist auch Ortsvorsteher Rainer Emrich.

Bald stehen ca. 20 Helfer zusammen. Ebersheimer Bürger genauso wie Mitglieder unseres Arbeitskreises und der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft. Die Lokale Agenda Gruppe Mainz Ebersheim hat zu dieser Aktion eingeladen.

Dann geht es los durch die Felder. An unserem ersten Einsatzort angekommen genießen wir zuerst einmal das grandiose Naturschauspiel. Raureif hat sich auf Reben, Büsche und Bäume gelegt. Die Sonne ist durchgebrochen. Ein wunderbarer Wintermorgen.

Biotoppfleger Hans-Jürgen Dechent weist uns ein. Er erklärt uns, dass die Steppenkirsche (Prunus fruticosa) ein kleiner, licht- und wärmeliebender Strauch ist. Auf der Roten Liste Deutschlands ist sie als stark gefährdet eingestuft. Ziel der Aktion ist es, die letzten beiden Standorte dieser Pflanze in Mainz zu sichern. Er erklärt uns auch, dass die Pflegeaktionen der letzten Jahre Früchte getragen haben. Die Steppenkirche hat bereits wieder neuen Lebensraum gewonnen. Deshalb müssen wir in diesem Jahr nur die Stockausschläge der Robinien entfernen. Mit Astscheren und Motorsense rücken wir ihnen zu Leibe. Das Schnittgut wird an einer Stelle zusammengetragen, an der es nicht stört.

Später teilen wir uns in Gruppen auf. Eine Gruppe geht zum Dechenberg. Dort pflegen wir einen weiteren Standort der Steppenkirsche. Wuchsstärkere Pflanzen, wie Robinie und Waldrebe, entfernen wir. Mit Hilfe der Motorsense wird ein Teil eines alten, längst aufgegebenen Weinberges wieder freigemacht. Hierhin kann sich die Steppenkirsche in Zukunft ausbreiten.

 

Die andere Gruppe nimmt eine neue Aufgabe in Angriff. Der Lochsteig ist ein alter Hohlweg. Die Lösswand an diesem Hohlweg dient vielen Insekten zum Bau ihrer Brutröhren. Auch für die eine oder andere Vogelart wäre sie geeignet. Dadurch, dass die Robinien nicht mehr genutzt werden – früher dienten die Robinien der Herstellung von Weinbergspfählen – überwachsen sie die Lösswand. Die seltenen Lebensräume gehen dadurch verloren. Deshalb entfernen wir einzelne Bäume und einen Teil des aufgekommenden Buschwerks.

An der Lochsteig treffen sich alle Gruppen wieder. Nach getaner Arbeit geht es zurück zum Gemeindezentrum. Dort wartet eine warme Gulaschsuppe auf uns. Sie wurde vom Kartoffelhof Engmann gespendet. Gesponsorte Brötchen kommen von der Ebersheimer Bäckerei Fuchs. Die Metzgerei Schuster hat Fleischwurst spendiert. Auch Kaffee und Kuchen fehlen nicht. Unser Dank geht an alle, die uns bei unserer Pflegeaktion unterstützt haben, auch an die evangelische Kirschengemeinde Ebersheim, die uns nach der Arbeit die Möglichkeit zum Aufwärmen beim Gemeinschaftsessen gegeben hat.

Gemütlich sitzen wir noch einige Zeit zusammen, planen neue Aktionen oder tauschen Ideen und Beoachtungen aus.