Aktion 2 2004

Biotoppflege im Mainzer Sand

am 04.12.2004

Es ist Samstag, der 04.12.2004 gegen 9.00 Uhr. In der Straße am „Am Großen Sand“ gleich hinter dem TÜV in Gonsenheim treffen sich Leute in Arbeitskleidung. Es herrscht leichter Nebel und die Temperatur ist nahe dem Gefrierpunkt. Ein VW-Pritschenwagen mit Werkzeugen fährt vor. Kurz darauf ein PKW mit Anhänger, darauf zwei Schubkarren. Anwohner und Passanten diskutieren darüber, was hier heute wohl passiert.

Einweisung der Gruppe durch den Biotopbetreuer H.-J-. Dechent
Nahe der Autobahn

Nicht weit davon entfernt in Mombach trifft sich zur gleichen Zeit eine weitere Gruppe auf dem Parkplatz der Soccerworld in der Oberen Kreuzstraße in Mombach.

Rund 40 Helfer, unter ihnen der stellvertretende Mombacher Ortsvorsteher Ralf Gerz (FDP) und die Ortsbeiratsmitglieder Heike Saebel und Wolfgang Krämer (beide CDU) machen sich auf den Weg ins Naturschutzgebiet Mainzer Sand. Mit dabei sind Aktive des Vereins Schöneres Mombach sowie viele Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt Mombach e. V. und der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft (RNG). Im NSG nahe der Brücke über die Autobahn angekommen erhalten sie alle eine Einweisung vom Biotopbetreuers Hans Jürgen Dechent.

Er erklärt, dass der Mainzer Sand eine Offenlandschaft ist. Durch jahrhundertelange Nutzung als Truppenübungsplatz und Weide konnte hier immer nur spärliche Vegetation aufkommen. Die Sande wurden von vielen so genannten Pinonierarten aus verschiedenen Lebensräumen besiedelt. Im Mainzer Sand treffen Arten aus den Steppen Russlands auf Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet und von der Atlantikküste. Ihnen gemeinsam ist, dass sie offene Landschaften und nährstoffarme Böden benötigen. Die Pflegemaßnahme galt insbesondere den dort vorkommenden vom Aussterben bedrohten Arten.

Sie werden an verschiedenen Stellen von den immer stärker aufkommenden Büschen und Bäumen verdrängt. Auch weitere Pflanzen, die vom verstärkten Nährstoffeintrag profitieren, gefährden den Lebensraum der seltenen Arten.

Das Schnittgut muß weg – Viele Hände helfen

Zum achten Male findet deshalb die gemeinsame Pflegeaktion des Arbeitskreises Umwelt Mombach und der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft statt. Ihr Ziel ist es, das europaweit einzigartige Naturschutzgebiet auf Dauer zu erhalten. Diesem Ziel hatten sich auch die CDU Mombach, die FDP Mombach und der Verein Schöneres Mombach e. V.angeschlossen.

Heike Saebel (CDU) betont, wie wichtig die Arbeit der Naturschützer vor Ort sei. Ebenso wie Ralf Gerz (FDP) hebt sie hervor, dass es die einzigartige Natur im Mainzer Sand zu schützen gilt. Ralf Gerz überbringt auch die Grüße der Mombacher Ortsvorsteherin Frau Dr. Lossen-Geißler. Franz Kraft stellvertretender Vorsitzender des Verein Schöneres Mombach hebt an diesem Morgen hervor, dass der Mainzer Sand ein wichtiger und wertvoller Teil Mombachs ist, um den man sich kümmern muß. Deshalb unterstützt sein Verein den Arbeitskreis Umwelt in seinen Aktivitäten für das Naturschutzgebiet.

Unter Anleitung des Biotoppflegers Herrn Hans-Jürgen Dechent werden auf einer Düne weitere Flächen zum Schutz der Sandlotwurz freigestellt. Im Bereich an der Autobahn haben Helfer des Arbeitskreises Umwelt Mombach bereits drei Tage lang Vorarbeiten geleistet. Dort mussten Teile des Buschwerks und einige Bäume weichen, um dem seltenen Adonisröschen das Überleben zu sichern. Das Schnittgut wird nun von den freiwilligen Helfern per Hand und mit Schubkarren aus dem Gelände entfernt.

Kurz nach 12.00 Uhr wird erst einmal eine Pause eingelegt. Die Rheinische Naturforschende Gesellschaft hat für einen deftigen Imbiss gesorgt. Die Helfer sammeln sich an der schon reichlich ramponierten Tribüne der US Army. Dort gibt es herzhafte Gemüsesuppe, Würstchen und Brötchen. Auch für Getränke und Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Nach soviel Arbeit tut eine warme Suppe gut !

Nach einer guten Stunde Pause geht ein Teil der Helfer nach Hause, die verbliebenen 15 – 20 Frauen und Männer begeben sich nochmals an die Arbeit.

Kurz nach 15.00 Uhr räumen die letzten Helfer die Werkzeuge zusammen und verabschieden sich ins Warme und ins wohlverdiente Wochenende. Sie tun das im Wissen an einer der größten Naturschutzaktionen der letzten Jahre in Mainz teilgenommen zu haben.