Aktion 1 2007

Beringung der Jungstörche in Mombach und Budenheim

19.06.07

Um möglichst viele wissenschaftlich Erkenntnisse über die Wiederansiedlung der Störche in unserer Region zu gewinnen, galt es auch in diesem Jahr wieder die Störche in Mombach und Budenheim zu beringen.

Dazu mussten wir, oder besser gesagt Frau Dorner, die die Störche beringt an ebenjene herankommen. Um dies zu ermöglichen, sponsorte Herr Schnarr von der Sauna „Zum Schwitzkasten“ in Budenheim einen Hubsteiger. Er besorgte auch einen Fahrer, der mit dem Gerät umgehen konnte.

Nun konnte es losgehen und so trafen wir uns in großer Erwartung auf der Wiese in der Kratzaue. Auch zwei Fotografen waren mit von der Partie.

Beringung der Jungstörche in der Kratzaue

Bilder: Jürgen Weidmann

Nachdem einige technische Probleme mit dem Hubsteiger überwunden werden konnten. Beringte Frau Dorner zuerst die beiden Jungstörche in der Kratzaue. Zum ersten Mal hat in diesem Bereich zwischen der Ortsgrenze zu Mombach und dem Industriegebiet Budenheim ein Storchenpaar gebrütet.

Eine mehrjährige Pflege des Biotops war die Grundlage für diesen Bruterfolg. Die Gemeinde Budenheim, der Arbeitskreis Umwelt Mombach unterstützt von Herrn Schnarr und durch Spenden der Gäste der Sauna „Zum Schwitzkasten“ hatten die Fläche entbuscht. Durch Beweidung und Mahd wurde sie weiter zur Wiese entwickelt. Ein kleiner Teich, der dank ständiger Betreuung durch Herrn Schnarr immer Wasser führt, steigert die Attraktivität des Gebietes für die Störche.

Eine Besonderheit bei diesem Brutpaar ist die Tatsache, das es sich um zwei erst zweijährige Störche handelt. Meist sind Störche erst im dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Eine erfolgreiche Erstbrut eines solchen Paares ist schon eine Rarität, sie zeigt auch, wie gut geeignet das Biotop in der Kratzaue für Störche mittlerweile ist.

Nachdem die beiden jungen aus der Kratzaue ihre schwarzen Plastikringe erhalten hatten ging es weiter zum Kreuzerhof. Dort erwartete uns schon Frau Kayser, die sich seit vielen Jahren um den Horst auf der alten Deichmeisterei kümmert. Die Störche am Kreuzerhof profitieren von einer großen Wiese in unmittelbarer Nähe ihres Horstes auch die neuen Flächen des Arbeitskreises Umwelt liegen nur wenige Meter Luftlinie vom Horst. Nachdem die Nisthilfe zwei Jahre lang nicht besetzt war, können sich Umweltschützer und Beobachter in diesem Jahr über einen Jungstorch freuen.

Jungstorch von Kreutzerhof und Blick vom Horst zu den Nahrungsflächen

Bilder: Jürgen Weidmann

Auch der Mombacher Jungstorch in Horst am Kreutzerhof erhielt von Frau Dorner seinen schwarzen Ring oberhalb des „Kniegelenks“ und kann nach dem Ausfliegen entsprechend wiedererkannt werden. Die Vogelwarten sammeln die entsprechenden Daten und gewinnen so Informationen über die Lebensweise der Störche, der Zugrouten und der Rast- und Überwinterungsgebiete. Auch über Herkunft der Störche und ihre Wiederausbreitung im Westen Deutschlands kann man auf diese Weise wichtige Erkenntnisse gewinnen.

Die Beringung schadet den Störchen nicht. Die modernen Plastikringe sind so konstruiert, dass sich die Störche nicht verletzten können. Auch die Beringung selbst ist für die Jungen kein Problem.